{"id":4353,"date":"2026-07-10T16:19:05","date_gmt":"2026-07-10T14:19:05","guid":{"rendered":"https:\/\/gewohnter-wandel.de\/?p=4353"},"modified":"2026-07-10T16:29:55","modified_gmt":"2026-07-10T14:29:55","slug":"weiter-wohnen-wie-gewohnt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gewohnter-wandel.de\/en\/journal\/weiter-wohnen-wie-gewohnt\/","title":{"rendered":"Weiter wohnen wie gewohnt?"},"content":{"rendered":"\n<p>Die erste<strong>&nbsp;Tagung des DFG-Graduiertenkollegs \u201eGewohnter Wandel\u201c<\/strong>&nbsp;fand unter dem Titel&nbsp;<strong>\u201eWeiter wohnen wie gewohnt?\u201c<\/strong>&nbsp;am 7.\/8. Mai 2026 in Weimar statt und wurde gemeinsam dem Institut f\u00fcr Europ\u00e4ische Urbanistik veranstaltet. Die Tagung thematisierte die interdisziplin\u00e4re Auseinandersetzung mit&nbsp;<strong>der Zukunft des Wohnens im profilgebenden Spannungsverh\u00e4ltnis sozialer Transformation wie r\u00e4umliche Materialisierung.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-image-640\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"480\" src=\"https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_11-640x480.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4354\" srcset=\"https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_11-640x480.jpg 640w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_11-480x360.jpg 480w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_11-720x540.jpg 720w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_11-960x720.jpg 960w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_11-1168x876.jpg 1168w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_11-1440x1080.jpg 1440w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_11-1920x1440.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Die Tagung basierte auf&nbsp;<strong>drei zentralen Thesen<\/strong>, die das Graduiertenkolleg pr\u00e4gen und die auch den roten Faden der Veranstaltung bildeten:<\/p>\n\n\n\n<ol start=\"1\" class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Die Wohnungsfrage als Kristallisationspunkt gesellschaftlicher Krisen. Wohnen wird dabei nicht nur&nbsp;<\/strong>als ein privater R\u00fcckzugsort, sondern als Ort verstanden, an dem sich die gro\u00dfen Umbr\u00fcche unserer Zeit konkretisieren \u2013 sei es durch Klimawandel, soziale Ungleichheit, \u00f6konomische Verwerfungen oder digitale Transformationen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Das spannungsgeladene Wechselverh\u00e4ltnis zwischen Wandel und Materialit\u00e4t.&nbsp;<\/strong>Wohnen ist gepr\u00e4gt von einem st\u00e4ndigen Wechselspiel zwischen gesellschaftlichem Wandel und seiner r\u00e4umlichen Materialisierung. Gesellschaftliche Ver\u00e4nderungen manifestieren sich in Architektur, Quartieren und Infrastrukturen und diese gebauten Formen wirken wiederum auf die Gesellschaft zur\u00fcck.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Die Notwendigkeit interdisziplin\u00e4rer Forschung.&nbsp;<\/strong>Angesichts dieser Komplexit\u00e4t braucht es&nbsp;<strong>interdisziplin\u00e4re Ans\u00e4tze<\/strong>, um die Wechselwirkungen zwischen gesellschaftlichen Prozessen und r\u00e4umlichen Strukturen zu verstehen und gestalten zu k\u00f6nnen.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p>Die Tagung hat gezeigt, dass die Wohnungsfrage nicht isoliert betrachtet werden kann, sondern als&nbsp;<strong>Schnittmenge multipler Krisen und Transformationsprozesse<\/strong>&nbsp;verstanden werden muss.<\/p>\n\n\n<figure id=\"happyfiles-gallery-q14kru\" class=\"happyfiles-gallery\"><ul class=\"crop\" data-col=\"3\"><li class=\"item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"720\" height=\"960\" src=\"https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_37.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_37.jpg 1200w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_37-480x640.jpg 480w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_37-640x853.jpg 640w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_37-720x960.jpg 720w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_37-960x1280.jpg 960w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_37-1168x1557.jpg 1168w\" sizes=\"auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px\"><\/figure><\/li><li class=\"item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"720\" height=\"960\" src=\"https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_28.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_28.jpg 1200w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_28-480x640.jpg 480w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_28-640x853.jpg 640w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_28-720x960.jpg 720w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_28-960x1280.jpg 960w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_28-1168x1557.jpg 1168w\" sizes=\"auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px\"><\/figure><\/li><li class=\"item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"720\" height=\"960\" src=\"https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_18.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_18.jpg 1200w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_18-480x640.jpg 480w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_18-640x853.jpg 640w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_18-720x960.jpg 720w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_18-960x1280.jpg 960w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_18-1168x1557.jpg 1168w\" sizes=\"auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px\"><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n<p>Die Resonanz gemessen an eingereichten Beitr\u00e4gen f\u00fcr Vortr\u00e4gen wie auch am Interesse zur Teilnahme war au\u00dferordentlich hoch. An der Veranstaltung nahmen\u00a0<strong>230 Personen\u00a0<\/strong>teil, darunter Wissenschaftler:innen, Praktiker:innen und Studierende. Die Keynote von Ute Lehrer zum Thema\u00a0<em><em>\u201cHigh-rise living: From whom? And why?\u201d<\/em><\/em>\u00a0am Donnerstagabend war Teil der \u00f6ffentlichen Abendveranstaltung. Das Programm setzte sich aus\u00a0<strong>56 Vortr\u00e4ge<\/strong>\u00a0in\u00a0<strong>15 Panels<\/strong>,\u00a0<strong>6 Workshops\/Offene Foren<\/strong>,\u00a0<strong>3 Keynotes<\/strong>, sowie\u00a0<strong>einer Podiumsdiskussion<\/strong>\u00a0und einf\u00fchrenden wie abschlie\u00dfenden Beitr\u00e4gen zusammen und verband Perspektiven von Hochschulabsolvent:innen, Nachwuchsforschenden sowie etablierten Wissenschaftler:innen mit denen von Praxisakteuren.<\/p>\n\n\n\n<p>In zwei englischen Keynotes von den&nbsp;<strong>Mercator Fellows des GRK Manuel Aalbers\/KU Leuven, Belgien und Ute Lehrer\/York University Toronto, Kanada gehalten<\/strong>&nbsp;wurden internationale Perspektiven gest\u00e4rkt.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-image-640\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"427\" src=\"https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/IMG_9647-640x427.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4361\" srcset=\"https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/IMG_9647-640x427.jpg 640w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/IMG_9647-480x320.jpg 480w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/IMG_9647-720x480.jpg 720w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/IMG_9647-960x640.jpg 960w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/IMG_9647-1168x779.jpg 1168w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/IMG_9647-1440x960.jpg 1440w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/IMG_9647-1920x1280.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Ute Lehrer&#8217;s keynote &#8220;High-rise living: From whom? And why?&#8221;<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Erg\u00e4nzt wurde das Programm durch die erneute&nbsp;<strong>Ausstellung&nbsp;<\/strong>\u201eWohnen ist ein Menschenrecht\u201c, die 2023 von Beteiligten des IfEU im Rahmen des Themenjahres der Klassik-Stiftung Weimar initiiert worden war.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf Basis der&nbsp;<strong>f\u00fcnf zentralen Forschungstrends&nbsp;<\/strong>des GRK (Diversifizierung, Digitalisierung, Privatisierung &amp; Finanzialisierung, Polarisierung &amp; Prekarisierung sowie \u00d6kologisierung) und dem breiten Spektrum an eingereichten Vortr\u00e4gen (auf einen \u00f6ffentlichen Call hin) wurden die Beitr\u00e4ge in&nbsp;<strong>6 Themenclustern<\/strong>&nbsp;(Steuerung &amp; Konflikt, Wohnen &amp; Care, \u00d6konomie &amp; Regulierung oder Wohnr\u00e4ume, Zugang &amp; Bezahlbarkeit) geb\u00fcndelt, denen die 15 Vortragspanels zugeordnet waren. So standen \u00fcbergreifende Fragestellungen im Mittelpunkt der Tagung, mit dem Anspruch die&nbsp;<strong>interdisziplin\u00e4re Wohnungsforschung<\/strong>&nbsp;voranzubringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei wurde deutlich, dass ein solcher Austausch mit Herausforderungen verbunden ist, bspw. sprachlichen und methodischen Unterschieden, der Identifikation thematischer Schnittmengen und der Organisation der epistemischen Vielfalt f\u00fcr ein koh\u00e4rentes Forschungsfeld. Diese Herausforderungen wurden auf der Tagung produktiv und erkenntnisreich bew\u00e4ltigt. Der interdisziplin\u00e4re Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis \u2013 etwa im&nbsp;<strong>Offenen Forum<\/strong>&nbsp;\u2013 zeigte, wie unterschiedlich Perspektiven auf \u00e4hnliche Fragen gerichtet sind.<\/p>\n\n\n<figure id=\"happyfiles-gallery-57jg8k\" class=\"happyfiles-gallery\"><ul class=\"crop\" data-col=\"3\"><li class=\"item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"960\" height=\"720\" src=\"https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_49.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_49.jpg 2133w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_49-480x360.jpg 480w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_49-640x480.jpg 640w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_49-720x540.jpg 720w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_49-960x720.jpg 960w, 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class=\"item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"720\" height=\"960\" src=\"https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_22.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_22.jpg 1200w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_22-480x640.jpg 480w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_22-640x853.jpg 640w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_22-720x960.jpg 720w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_22-960x1280.jpg 960w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/ARE_22-1168x1557.jpg 1168w\" sizes=\"auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px\"><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n<p>Die Tagung \u201eWeiter wohnen wie gewohnt?\u201c hat nicht nur die drei Leitgedanken des Graduiertenkollegs aufgegriffen, sondern sie auch konkret und lebendig umgesetzt. Sie hat gezeigt, dass die Wohnungsfrage als Kristallisationspunkt gesellschaftlicher Krisen verstanden werden muss \u2013 und dass ihre Bew\u00e4ltigung interdisziplin\u00e4re Forschung und Praxis erfordert.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch die thematische Vielfalt, den produktiven Austausch und die klare Fokussierung auf \u00fcbergreifende Fragestellungen ist es gelungen, die interdisziplin\u00e4re Wohnungsforschung ein St\u00fcck weit zu etablieren. Die Ergebnisse der Tagung bieten wertvolle Impulse f\u00fcr die weitere Forschung und Praxis \u2013 und unterstreichen die Notwendigkeit, den Dialog zwischen den Disziplinen fortzuf\u00fchren. Gegenw\u00e4rtig sind sind diverse Publikationsformate in Vorbereitung.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Fotos:<\/em> Katja Lipgart<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die erste&nbsp;Tagung des DFG-Graduiertenkollegs \u201eGewohnter Wandel\u201c&nbsp;fand unter dem Titel&nbsp;\u201eWeiter wohnen wie gewohnt?\u201c&nbsp;am 7.\/8. 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