{"id":4376,"date":"2026-07-13T16:37:53","date_gmt":"2026-07-13T14:37:53","guid":{"rendered":"https:\/\/gewohnter-wandel.de\/?p=4376"},"modified":"2026-07-13T16:39:02","modified_gmt":"2026-07-13T14:39:02","slug":"28-4-2026-baukultur-gespraech-wohnungsfrage-stadtland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gewohnter-wandel.de\/en\/journal\/28-4-2026-baukultur-gespraech-wohnungsfrage-stadtland\/","title":{"rendered":"28.4.2026: Baukultur-Gespr\u00e4ch \u201eWohnungsfrage StadtLand\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>Beim 13. Baukultur-Gespr\u00e4ch zur Wohnungsfrage StadtLand in Kooperation mit der Stiftung Baukultur Th\u00fcringen und der W\u00fcstenrot Stiftung ging es um alle, denn Wohnen und Wohnungsbau betrifft jede und jeden von uns \u2013 und L\u00f6sungen f\u00fcr die aktuellen Themen entstehen nur gemeinsam. Im l\u00e4ndlich gepr\u00e4gten Th\u00fcringen, mit schrumpfender und \u00e4lter werdenden Bev\u00f6lkerung und in Anbetracht des Ziels der Klimaneutralit\u00e4t m\u00fcssen soziale, r\u00e4umliche, \u00f6kologische und politische Fragen integriert entwickelt werden.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-image-640\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"426\" src=\"https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/tmue20260428b014-640x426.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4378\" srcset=\"https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/tmue20260428b014-640x426.jpeg 640w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/tmue20260428b014-480x320.jpeg 480w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/tmue20260428b014-720x479.jpeg 720w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/tmue20260428b014-960x639.jpeg 960w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/tmue20260428b014-1168x777.jpeg 1168w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/tmue20260428b014.jpeg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Prof. Dr. Sch\u00f6nig, Sprecherin des Graduiertenkollegs und Professorin f\u00fcr Stadtplanung an der Bauhaus-Universit\u00e4t Weimar&nbsp;machte deutlich, dass Wohnen ein interdisziplin\u00e4res Thema ist, dem auch die Wohnungsforschung gerecht werden muss. Stadt und Land stehen dabei nicht im Gegensatz, viele Herausforderungen spiegeln sich beidseits. Was aber fehlt, sind verl\u00e4ssliche, differenzierte Daten als Grundlage f\u00fcr eine strategische Wohnungs- und Bestandsentwicklung in eher l\u00e4ndlich gepr\u00e4gten R\u00e4umen &#8211; sie sind schlicht weniger erforscht. Ihr Pl\u00e4doyer: Leerstand aktiv entwickeln, Akteure bef\u00e4higen, Einzelfallentscheidungen erm\u00f6glichen \u2013 und perspektivisch einen Wohnungsversorgungsplan,&nbsp;eine r\u00e4umlich basierte Strategie f\u00fcr Th\u00fcringen entwickeln. Die Diskurse und Arbeiten des Graduiertenkolleg&nbsp;bieten daf\u00fcr in den n\u00e4chsten Jahren Impulse.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Martin Gude, Abteilungsleiter im Th\u00fcringer Ministerium f\u00fcr Digitales und Infrastruktur&nbsp;betonte den Anspruch seines Hauses als Gestaltungsministerium. Nicht das blo\u00dfe Verwalten von F\u00f6rderrichtlinien, sondern aktives Steuern stehe im Mittelpunkt. Th\u00fcringen verf\u00fcgt insgesamt \u00fcber ausreichend Wohnraum, das Problem liege in der Verteilung. Standortfragen seien eng an Mobilit\u00e4t gekoppelt, zugleich komme in Th\u00fcringen vieles g\u00fcnstig zusammen \u2013 etwa der hohe Anteil von&nbsp;kommunalen&nbsp;Wohnungsgesellschaften&nbsp;mit ihren \u00f6ffentlichen Werten. Niedrige Mieten bedeuten jedoch zugleich eine enorme Herausforderung f\u00fcr die&nbsp;immensen Investitionsbedarfe durch Klimaanpassung und Klimaschutz. Die kommende Richtlinie zum sozialen Wohnungsbau setzt daher &#8211; flankiert von B\u00fcrokratieabbau &#8211; auf Sanierung statt Neubau und differenziert Stadt und Land.<\/p>\n\n\n\n<p>Frank Bachmann aus der Bau- und Stadtentwicklung der Stadt P\u00f6\u00dfneck&nbsp;schilderte die kommunale Perspektive&nbsp;in der 12.000 Einwohner gro\u00dfen Stadt:&nbsp;P\u00f6\u00dfneck hat seit 2008 eine eigene Strategie entwickelt, kauft leerstehende&nbsp;Immobilien an und entwickelt sie selbst auf Rohbauniveau und verkauft\/verpachtet sie anschlie\u00dfend.&nbsp;Anders geht es laut Bachmann nicht, Kommunen m\u00fcssen selbst zum Projektentwickler werden und Marktf\u00e4higkeitt herstellen &#8211; so k\u00f6nnen st\u00e4dtebauliche Defizite behoben, Identit\u00e4t erhalten und Daseinsvorsorge auch r\u00e4umlich organisiert werden.&nbsp;Obwohl sich die Problemlagen in Th\u00fcringen \u00e4hneln,&nbsp;ist P\u00f6ssneck mit dem Zwischenerwerbsmodell ein Vorreiter &#8211; und daher: zum Nachahmen empfohlen. Im Spannungsfeld von Geb\u00e4udebestand und den komplexen, in Teilen paradoxe Regelwerken sieht Herr Bachmann noch jede Menge Entwicklungspotenzial in Th\u00fcringen und w\u00fcnscht sich \u201egeerdete\u201c&nbsp;Rahmenbedingungen f\u00fcr die kommunalen Macher\/Macherinnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bettina Lehmann vom Projekt \u201eW\u00e4rmewende im Geb\u00e4udebestand\u201c der&nbsp;Ernst-Abbe-Hochschule Jena verwies auf die \u00dcberlagerung von demografischem Wandel, Klimazielen und Energiefragen. Schrumpfungsprozesse durch \u00dcberalterung ver\u00e4ndern Wohnbedarfe grundlegend, w\u00e4hrend das Ziel der Klimaneutralit\u00e4t verl\u00e4ssliche politische Rahmenbedingungen erfordert. Sie stellte die Frage \u201eWie wenig ist genug?\u201c in den Raum: Nicht jedes Geb\u00e4ude m\u00fcsse maximal saniert werden, der gr\u00f6\u00dfte Hebel liege bei den \u201eschlechten&#8221; Best\u00e4nden, w\u00e4hrend ansonsten mitunter wenige Eingriffe gen\u00fcgen. Auch Mieterstrommodelle seien sinnvolle Bausteine, scheiterten jedoch h\u00e4ufig an mangelnder Akzeptanz. Aber &#8211; Wandel braucht die echte Mitwirkung vor Ort &nbsp;\u2013 sonst bleibe er aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Klar ist: Th\u00fcringens Innovationspotenzial liegt im mutigen Umgang mit dem Bestand,\u00a0im Engagement und Bef\u00e4higung vor Ort\u00a0und im gemeinsamen Lernen durch Austausch und Perspektivwechsel.\u00a0Wir bleiben gemeinsam dran!<\/p>\n\n\n<figure id=\"happyfiles-gallery-obm84a\" class=\"happyfiles-gallery\"><ul class=\"crop\" data-col=\"3\"><li class=\"item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"960\" height=\"639\" src=\"https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/tmue20260428b028.jpeg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/tmue20260428b028.jpeg 1280w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/tmue20260428b028-480x320.jpeg 480w, https:\/\/gewohnter-wandel.de\/wp-content\/uploads\/tmue20260428b028-640x426.jpeg 640w, 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Uhr:&nbsp;<\/strong><strong>Fishbowl zur Wohnungsfrage<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Frank Bachmann, Fachbereichsleiter Bau- und Stadtentwicklung, Stadt P\u00f6\u00dfneck<\/li>\n\n\n\n<li>Dr. Martin Gude, Abteilungsleiter Bauen, Wohnen und Stadtentwicklung, Th\u00fcringer Ministerium f\u00fcr Digitales und Infrastruktur<\/li>\n\n\n\n<li>Ren\u00e9 Hartmann,&nbsp;stv. Leiter Themengebiete Literatur und Bildung und Projektleiter, W\u00fcstenrot Stiftung<\/li>\n\n\n\n<li>Bettina Lehmann, Mitarbeiterin Projekt&nbsp;\u201eW\u00e4rmewende im Geb\u00e4udebestand\u201c Ernst-Abbe-Hochschule Jena<\/li>\n\n\n\n<li>Prof. Dr.-Ing. Barbara Sch\u00f6nig, Professur Stadtplanung, Bauhaus-Universit\u00e4t Weimar &amp; Sprecherin des DFG-Graduiertenkollegs&nbsp;\u201eGewohnter Wandel<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>18.30 Uhr: Ausstellungsrundgang \u201eL\u00fccken f\u00fcllen \u2013 Wohnraum schaffen\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Fotos: <\/em>Elisa Dorn<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beim 13. Baukultur-Gespr\u00e4ch zur Wohnungsfrage StadtLand in Kooperation mit der Stiftung Baukultur Th\u00fcringen und der W\u00fcstenrot Stiftung ging es um alle, denn Wohnen und Wohnungsbau betrifft jede und jeden von uns \u2013 und L\u00f6sungen f\u00fcr die aktuellen Themen entstehen nur gemeinsam. 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