Alle müssen wohnen! Das 21. Jahrhundert konfrontiert unsere Gesellschaft schon in den ersten 25 Jahren mit Veränderungen und Herausforderungen, die in kaum einem Feld so gebündelt und doch vielseitig sichtbar werdenwie im Wohnen. Wirtschafts- und Finanzkrisen, globale Migration, Klimawandel, Energiekrise, Digitalisierung, demographischer Wandel, Individualisierung, räumliche und gesellschaftliche Polarisierung verändern unsereAnsprüche an das Wohnen, aber auch die Praktiken des Wohnens ebenso wie unsere Möglichkeiten, die Gestaltung und Verteilung von Wohnraum individuell und gesellschaftlich zu organisieren. Sie verändern damit zugleich nachhaltig und tiefgreifend auch Quartiere, Städte, Dörfer und Siedlungsräume als gebaute und soziale Räume.
Mit Macht treten in diesem »Gewohnten Wandel« alte, aber ebenso eine Vielzahl neuer Wohnungsfragen in den Fokus der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit, für deren Komplexität das dem Wohnen eingeschriebene Spannungsverhältnis zwischen Prozessen des gesellschaftlichen Wandels und dessen baulich-räumlicher Materialisierung ursächlich ist.
Das Working Paper erläutert die zentrale Forschungsidee und Fragestellung des Graduiertenkollegs “Gewohnter Wandel” und zeigt konzeptionelle Ansätze auf, um dieses komplexe Spannungsverhältnis zwischen gesellschaftlichen Transformationsprozessen und ihrer baulich-räumlichen Materialisierung im Wohnen interdisziplinär zu erforschen.
