Auftaktveranstaltung der WohnWendeWerkstatt – ein kleiner Rückblick

Journal/Allgemein, Diskussion

Mit der Auftaktveranstaltung „Wohnen in Frankfurt – kritische Bestandsaufnahme und politische Perspektiven“ eröffnete das Wohnlabor seine neue Vortragsreihe WohnWendeWerkstatt, die zentrale wohnungspolitische Konfliktfelder der Stadt mit sozial-ökologischen Perspektiven verbindet. Hier folgt ein kurzer Rückblick auf die erste Veranstaltung am 20. November.

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Foto: Jan Lucas Geilen

Wie der Titel bereits erkennen lässt, zielte der Abend darauf, eine erste Orientierung über die gegenwärtige Situation der Frankfurter Wohnungspolitik zu geben und damit den Rahmen für die kommenden Termine der Reihe abzustecken. Die große Resonanz zeigte, wie drängend das Thema ist: Der Raum im zweiten Obergeschoss der Dondorf Druckerei war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Auch der Veranstaltungsort selbst bot einen wichtigen thematischen Bezugspunkt. Die Reihe findet im zweiten Obergeschoss der Dondorf Druckerei in Bockenheim statt – ein Gebäude, das heute nur deshalb erhalten und wieder nutzbar ist, weil verschiedene Initiativen sich dafür eingesetzt haben. Besonders die Besetzung durch das Kollektiv Druckerei für Alle! machte den Leerstand öffentlich sichtbar, zeigte das Nutzungspotenzial der Räume auf und verhinderte letztlich den Abriss. Damit verweist bereits der Veranstaltungsort stellvertretend auf vergangene, gegenwärtige und zukünftige Kämpfe um städtische Räume, die auch die Wohnungsfrage in Frankfurt prägen.

Fotos: Leonie Goy

Der Abend begann mit einem kurzen Impuls von Sebastian Schipper, der die Entwicklung der Wohnungspolitik der vergangenen Jahrzehnte skizzierte und diese am Beispiel des Frankfurter Wohnungsmarkts veranschaulichte. Anschließend leitete die Moderation – Johanna Betz und Felix Wiegand – in den Hauptteil über. Dafür nahmen verschiedene Akteur:innen der Frankfurter Wohnungspolitik auf dem Podium Platz und stellten ihre Perspektiven vor. Zu Gast waren: Marcus Gwechenberger (Dezernent für Planen und Wohnen), Conny Petzold (Mieter helfen Mietern / Mietentscheid Frankfurt), Birgit Kasper (Netzwerk Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen), Sebastian Schipper (Stadt- und Wohnungsforscher an der Goethe Universität Frankfurt), Carolina Löw (Architects for Future, Frankfurt) sowie Aktivist:innen des Kollektivs  Druckerei für Alle! und der stadtpolitischen Gruppe Stadt für Alle!.

Im Anschluss verteilten sich die Gäst:innen an unterschiedliche Thementische, an denen das Publikum in zwei Gesprächsrunden selbst aktiv wurde. An einigen Tischen ging es um aktuelle wohnungspolitische Projekte in Frankfurt, an anderen um Fragen der sozial gerechten Stadtentwicklung, um Mitgestaltungsmöglichkeiten oder um denkbare Utopien und Wege dorthin. Danach kehrten die Expert:innen nochmals auf das Podium zurück, um ihre Eindrücke und zentralen Gesprächsergebnisse zusammenzuführen.

Den Ausklang fand der Abend bei einem offenen Barabend, der Raum für weitere Gespräche und Vernetzung bot.

Die kommenden Veranstaltungen der Reihe WohnWendeWerkstatt knüpfen daran an und vertiefen zentrale Fragen der Frankfurter Wohnungspolitik. Alle Veranstaltungen sind öffentlich und kostenlos zugänglich. Weitere Informationen und Termine finden Sie hier.