Kurzvita
Tabea Latocha ist seit Mai 2025 wissenschaftliche Mitarbeiterin (Postdoc) am Institut für Europäische Urbanistik der Bauhaus-Universität Weimar. Zuvor promovierte sie unter Betreuung von Sebastian Schipper am Institut für Humangeographie zu feministischen Perspektiven auf die Kommodifizierung und Finanzialisierung des Wohnens.
Sie hat ihr Bachelorstudium Humangeographie mit dem Nebenfach Städtebau 2017 an der Goethe-Universität Frankfurt/Main abgeschlossen und anschließend von 2018 bis 2020 an der Bartlett School of Planning des University College London (UCL), UK und der Bauhaus-Universität Weimar Stadtplanung im Master studiert.“
Arbeits-/Forschungsschwerpunkte
Ihr generelles Forschungsinteresse liegt im Bereich der Feministischen und Angewandten Kritischen Geographie (AKG) sowie der interdisziplinären Wohnungsforschung. Insbesondere ist sie an Fragestellungen interessiert, die sich mit der Schnittstelle von Wohnungsfragen und sozialer Reproduktion auseinandersetzen.
Aktuelle Projekte
Promotion im Rahmen des DFG-Projekts „Home and Housing in Urban Regeneration Processes: Studying the Macro through Historiographies of the Micro in Tel Aviv-Jaffa and Frankfurt am Main“ (2021-2025)
Die Promotion untersucht das komplexe Spannungsverhältnis von Tauschwert und Gebrauchswert der Ware Wohnen in sozialen Kämpfen um Kommodifizierung und Finanzialisierung ehemals sozial gebundener Mietwohnungen in Frankfurt am Main. Das Promotionsprojekt zielt darauf ab, aus einer um feministische Ansätze erweiterten polit-ökonomischen Perspektive die Makroprozesse Neoliberalisierung und Finanzialisierung „von unten“ aus Sicht der Mietenden zu erforschen. Im Mittelpunkt des Erkenntnisinteresses stehen die alltäglichen Erfahrungen und Umgangsweisen von Mieter:innen mit subjektiv erlebtem Verdrängungsdruck. Als Fallstudien dienen zwei Arbeiter:innenwohnsiedlungen in Frankfurt am Main, die bis zur Abschaffung der Wohnungsgemeinnützigkeit 1990 als sozial geförderte Wohnungen vermietet wurden. Inzwischen sind die Wohnungen aus der Bindung gefallen und werden durch jeweils neue Eigentümerinnen gewinnorientiert verwaltet. Empirisch untersuche ich mithilfe qualitativer Methoden, 1) wie sich die Wohnungsbewirtschaftung und Vermietverhältnisse seit Abschaffung der Wohnungsgemeinnützigkeit verändert haben, 2) wie Bewohner:innen diesen Wandel im Alltag erleben und 3) ob und wie Mieter:innen sich gegen subjektiv erlebten Verdrängungsdruck zur Wehr setzten?
