Die fortschreitende Urbanisierung und das vermehrte Einströmen von globalem anlagesuchenden Kapital in den deutschen Wohnimmobilienmarkt führen zu einer „Rückkehr der Wohnungsfrage“. Während die Gentrifizierung immer peripherer gelegene Stadtteile erfasst, wird es für viele Haushalte immer schwieriger, nicht in prekäre Wohnverhältnisse oder Wohnungsnot zu geraten und somit erhebliche Einschränkungen der Lebensqualität und demokratischer Partizipationsmöglichkeiten zu erfahren. Der Beitrag von Johanna Betz führt zunächst anhand von Statistiken schlaglichtartig aus, wie sich die derzeitige Wohnungsnot äußert und erläutert regulative Schritte, die zum fortschreitenden Abschmelzen bezahlbarer Bestände führten und dies weiter bedingen. Anschließend präsentiert die Autorin aktuelle Debatten über eine gerechte Wohnversorgung, die im Spannungsfeld von Vergesellschaftung und privatwirtschaftlich orientierter Wohnungspolitik verhandelt wird.
Betz, J. (2022). Zwischen Marktgläubigkeit und Vergesellschaftung: Wer gestaltet Wohnungspolitik? Bürger & Staat, 72(1–2), 43–49. Stuttgart: Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg. https://www.buergerundstaat.de/1_2_22/oeffentliche_infrastrukturen.pdf
